Trenne dich von dem Anspruch nur lange Artikel zu schreiben

aktualisiert am 18.03.2019 | noch kein Kommentar

Ich denke, du stimmst mir zu: 
Einfache Lösungen sind kurz und klar beschrieben. 
Ausführliche Anleitungen sind genau beschrieben und daher länger.

Doch wann schreibe ich einen langen Artikel? Und wann schreibe ich einen Artikel, der kurz und knackig ist?

Diese Fragen kläre ich in diesem Artikel und sicher hilft er dir bei deiner Content-Marketing-Strategie.

So sah die Vergangenheit aus

Seit 2014 werden Blogartikel immer länger. Viele Blogger haben gemerkt, dass ausführlicher Content eine gute Strategie ist. Vor zehn Jahren war das Credo in der SEO-Szene, dass 300 bis 400 Wörter pro Artikel reichen. Doch seit mehreren Jahren gibt sich kein Content-Marketing-Manager mehr damit zufrieden.

An der Grafik unten kannst du erkennen, dass die meisten Artikel die 1000-Wörter-Marke schon längst durchbrochen haben.

Vielen Artikel sind länger als 1000 Wörter

Einer von fünf Bloggern schreibt sogar mehr als 1500 Wörter pro Artikel. Die Statistiken kannst du hier genauer anschauen.

SEO-Experten und Content-Manager schwören auf lange Artikel

Viel Inhalt soll viel helfen: mehr Besucher, mehr Conversions, bessere Rankings in den Suchmaschinen und eine längere Aufenthaltsdauer auf der Website. Diese langen und ausführlichen Artikel nennt man „holistische Inhalte“.

Aber es gibt Gegenstimmen, die behaupten, dass holistische Texte im Rückgang sind. Diese seien grundsätzlich zu aufgeblasen und schrecken den Besucher ab.

Andere wiederum behaupten, dass holistischer Content im Jahr 2019 noch wichtiger wird. Unter 2000 Wörtern darfst du keinen Artikel mehr veröffentlichen.

Was ist denn nun richtig und was ist das Ziel?

Das Ziel: dem Besucher weiterhelfen

Dein Ziel ist: Wie kann ich als Content-Creator dem Besucher am besten weiterhelfen?

Dazu recherchierst du mit welchen Problemen oder welchen Fragen deine Zielgruppe konfrontiert ist. Das ist eine der grundsätzlichen Strategien, damit Google deine Website als relevant anerkennt.

Nur für Google darfst du nicht schreiben.
An erster Stelle steht der Nutzer.

Du schlägst damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn wenn du für deine Zielgruppe schreibst, findet das Google richtig klasse.

Der Grund: Googles Ziel ist es den besten Artikel in der Suche bereitzustellen, der ein Problem löst oder eine Frage beantwortet.

Kurze Aussage: kurzer Artikel

Wenn du nicht viel zu sagen hast, lass den Artikel kurz.

Ein Beispiel ist die Suche nach biologischem Hundefutter. Der Nutzer, der nach diesem Thema sucht, möchte höchstwahrscheinlich solches Futter kaufen. Er erwartet eine Website, bei der er biologisches Hundefutter kaufen kann oder Informationen zum Kauf findet.

Dem Besucher nun ausführlich alles über Hunde zu berichten (Rassen, Merkmale, Verbreitung, Verhalten, Entwicklung, etc.) würde den Rahmen sprengen.

Ein holistischer Content ergibt an dieser Stelle keinen Sinn. Wird die Futtersuche des Nutzers nicht innerhalb weniger Absätze geklärt, springt er ab. Ein Verkauf findet nicht statt.

Mache nicht den Fehler und strecke den Artikel unnötig in die Länge

Deine Leser werden verärgert sein über die Zeitverschwendung. Du brauchst nicht noch ausführlich über Hunde zu sprechen und Hunderassen mit Bild aufführen.

Auch Google kann feststellen, dass du viel schreibst, aber wenig sagst. Du wirst kein besseres Ranking bekommen, nur weil du eine kurze Aussage unnötig aufblähst.

Die Gefahr: deine Besucher finden nicht das Gesuchte, sind genervt und klicken zurück zu Google.

Dieses Zurückklicken – die Bounce-Rate – erkennt Google.

Damit sendest du an Google folgendes Signal:
Der Nutzer hat nicht gefunden, was er gesucht hat: Schlechter Artikel“.

Solch ein User-Verhalten musst du vermeiden.

Ganzheitlicher Content: lange Artikel, holistischer Content

Unter holistischem Content versteht man ganzheitlichen Inhalt, der ein Thema allumfassend behandelt. Ein allumfassender Artikel ist demnach länger als ein „normaler“ Artikel.

Aber: Beim holistischen Artikel kommt es nicht primär auf die Länge an. Auch dieser muss genauso wie alle anderen Artikel qualitative Inhalte liefern und einen Mehrwert bieten.

Falls du ein großes Thema näher bringen willst, das man schlecht aufteilen kann, schreibst du lange Artikel. Der Content muss jedoch gut strukturiert und userfreundlich sein.

Reine „Textwüsten“ langweilen den Nutzer augenblicklich und er springt ab. Den Inhalt auflockern ist bei langen Artikeln unvermeidlich. Das kannst du mit den richtigen Content-Arten machen, wie zum Beispiel Bildern, Infografiken oder Videos.

Auch Nur-Text lässt sich auflockern. Zum Beispiel kannst du Zitate und wichtige Aussagen in Boxen packen und mit CSS stylen. Du siehst das in meinen Artikeln – es sind die grünen und weißen Boxen.

Wechsle zwischen

  • normalem Text
  • Listen
  • fetten Textstellen
  • Zitaten
  • Überschriften
  • Zwischenüberschriften

Ein gutes Beispiel für einen allumfassenden Artikel, das ich gefunden habe, ist die Seite über Indexfonds auf FinanzTip.de.

Was ist gut an dem Artikel:

  • Die Informationen sind umfassend, da dies ein ausgiebiges Thema ist
  • Am Anfang des Artikels erscheint „Das Wichtigste in Kürze“ – der Besucher hat sofort einen Überblick
  • Danach erscheint eine Box mit „So gehen Sie vor“ – der Besucher hat sofort eine Anleitung an der Hand
  • Danach erscheint ein Inhaltsverzeichnis (was ich auch in meinen Artikeln nutze)
  • Ein aktueller Stand der Aktualität ist zu erkennen
  • Der Artikel ist klar gegliedert
  • Es gibt Fettschrift, Tabelle, Absätze, Zwischenüberschriften, Quellen, Info-Boxen, ein Video und Sharing-Funktionen

Was fehlt in dem Artikel:

  • Mehr Bilder und Infografiken würden den Artikel auflockern

Hier ein Screenshot des ersten sichtbaren Bereichs. Toll ist, dass man sofort die wichtigsten Informationen im Blick hat.

holistischer Content Beispiel

Denke daran, dass der Leser Abwechslung im Design sowie den Content-Elementen benötigt. Setze klare Ziele für deinen holistischen Content.

Einfach nur viel reicht nicht.

Machst du es richtig, wirst du mit einer langen Aufenthaltsdauer deiner Besucher belohnt. Das findet Google auch gut. Die Chancen erhöhen sich, dass du im Ranking steigst.

Fazit: das Ziel bestimmt die Artikellänge

Holistischer Content ist nicht automatisch gut. Nutzer, die eine schnelle Lösung suchen, brauchen schnelle und kurze Antworten. Nutzer, die umfassende Informationen suchen, benötigen mehr Detailtiefe.

Setze klare Ziele, was dein Artikel erreichen soll.

Artikel müssen immer einen Nutzen für deine Besucher haben.

Blähe nicht im Geringsten deine Artikel mit Phrasen oder doppelten Inhalten auf. Deine Leser merken es und verlassen deine Website.

Besucher haben immer eine Suchintention, beziehungsweise ein konkretes Ziel vor Augen. Deine Aufgabe ist es, dieses Bedürfnis zu bedienen. Du entscheidest, ob ein kurzer Inhalt reicht oder ob der Nutzer einen ausführlichen Grundsatzartikel erwartet.

Qualitative Inhalte haben nichts mit der Anzahl an Wörtern zu tun. Backlinks und Social Signals bekommst du genauso gut für kurze Inhalte.

Denn: guter Content wird gerne und ganz automatisch verlinkt.

Hinzukommt, dass sich deine Besucher wohlfühlen, wenn du ihre Erwartungen erfüllst. Das kann Google erkennen und du wirst dafür mit einem guten Ranking belohnt.

Meine Fragen an dich:

Schreibst du gerne lange Artikel und haben sich diese bewährt?

Oder hast du schon mal eine schnelle Information gesucht und du bist auf einen 3000-Wörter Artikel gestoßen der dich erschlagen hat?

Lass es mich in den Kommentaren unten wissen.


Am meisten gelesen


Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Tipp: Abonniere meine Blogging-Tipps und ich schenke dir mein E-Book mit aktuellen Content-Marketing-Statistiken.

kostenloses E-Book mit Content-Marketing-Statistiken

100 % kein Spam. Abmeldung jederzeit möglich. Datenschutzerklärung.

Über den Autor

Martin Gebhardt

Martin Gebhardt


Howdy, ich bin Martin, der Gründer und Entwickler von feedsy.de. Mein Ziel ist es, Dir klare Strategien für deine Website zu zeigen und damit die Steigerung der Besucherzahlen und Erhöhung der Conversions zu ermöglichen.


Bedeutsame Content-Marketing-Statistiken um deine Strategie zu optimieren.

kostenloses E-Book mit Content-Marketing-Statistiken

Abonniere meine Blogging-Tipps und ich schenke dir mein E-Book mit aktuellen Content-Marketing-Statistiken.

100 % kein Spam. Abmeldung jederzeit möglich. Datenschutzerklärung.